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Keine andere Farbe versprüht eine solche Energie und Lebenslust. Grund genug, auch im Garten mit ihr zu experimentieren.

Orange: die Farbe der Optimisten

Sie hat Power. Sie ist freundlich. Sie strahlt eine wunderbare Wärme aus. Orange ist nicht gerade die Farbe, die als Erstes genannt wird, wenn man Menschen nach ihrer Lieblingsfarbe fragt. Aber es ist die Farbe, bei deren Nennung sich die Gesichter schlagartig aufhellen – stimmt, Orange, eine tolle Farbe, man muss nur den Mut haben, sie einzusetzen. Das gilt auch im Garten, weiß Staudengärtnerin Beate Zillmer. „An Orange trauen sich viele Gärtner nur zögerlich heran – aber wenn man es wagt, ist die Wirkung grandios!“

Bereits im Frühling, wenn das Herz nach kräftigen Farben lechzt, bringen orangeblühende Stauden die Beete zum Leuchten. „An Plätzen mit eher frischem als trockenem Boden fühlen sich zum Beispiel Etagen-Primeln (Primula bullesiana) wohl, die sich durch Selbstaussaat erhalten und gerne durch den Garten wandern. Auch Trollblumen (Trollius) sind langjährige Begleiter“, erklärt die Staudenspezialistin. Die Sorte ‚Earliest of All‘ öffnet ihre Blüten schon ab April, ab Mai folgen etwa ‚Orange Globe‘ oder ‚Baudirektor Linne‘. Wahre Freudenfeuer können orangefarbene Bart-Iris (Iris barbata) wie ‚Coup de Soleil‘ oder ‚Feu du Ciel‘ entfachen oder Sorten der angesagten Nelkenwurz (Geum) wie ‚Carlskaer‘. Beide Arten sind langlebig, bleiben dauerhaft am für sie vorgesehenen Platz und eignen sich sehr gut für Kontrastpflanzungen, im Frühjahr etwa mit Gelb und Blau, später vor allem mit Violetttönen.

„Ich persönlich mag allerdings sanfte Farbübergänge am liebsten, deshalb verwende ich gerne Stauden, bei denen das Orange ins Warmgelbe oder Braunrote tendiert“, sagt Beate Zillmer. Vor diesem Hintergrund wird sie vor allem bei den Sommer- und Spätsommerblühern fündig – perfekt für Kombinationen mit verschiedenen Ziergräsern, die ihr ebenfalls sehr am Herzen liegen. „Sonnenbraut (Helenium), Taglilien (Hemerocallis) und Chrysanthemen wie die Sorte ‚Bienchen‘ (Chrysanthemum indicum) gehören zu meinen absoluten Favoriten. Auf kleinen Flächen ebenso wie auf großen.“ ‚Nugget‘ und andere Taglilien beweisen mit ihrem eleganten grasartigen Laub zudem eindrucksvoll, welche Farbe die natürliche Ergänzung zu Orange ist: Grün.

Flower-Power für Topf und Kübel

Welche Strahlkraft von Orange ausgeht, zeigt sich nicht nur, aber gerade auch in Pflanzgefäßen: „Eine tolle Kübelpflanze ist zum Beispiel Asclepias tuberosa, die Knollige Seidenpflanze“, sagt Staudengärtnerin Beate Zillmer. Die bis zu 100 cm hohe Staude trägt von Juni bis August leuchtend orangefarbene, exotisch wirkende Blütendolden, ist aber gut winterhart und kann auch ins Freiland gepflanzt werden. „Auch Taglilien (Hemerocallis) liebe ich nicht nur im Beet, sie gefallen mir auch in Töpfen sehr gut. Besonders mit eher kleinblütigen Sorten wie ‚Nugget‘ oder ‚Pfennigparade‘ lassen sich schöne Effekte erzielen.“ Als echte Staudenschätze für Orangefans empfiehlt sie zudem Wolfsmilch-Sorten wie ‚Dixter‘, ‚Fireglow‘ oder ihre Neuzüchtung ‚Beauty Orange‘ (alle Euphorbia griffithii): „Sie sehen das ganze Jahr über gut aus und haben eine tolle Fernwirkung.“

Orangerote Habichtskraut (Hieracium aurantiacum)
Das Orangerote Habichtskraut (Hieracium aurantiacum) trägt seine auffällige Blütenfarbe bereits im Namen. Die bis zu 60 cm hohe Staude passt besonders gut in naturnah gestaltete Gärten. (Bild: GMH/Arno Panitz)
Lampionblumen (Physalis alkekengi var. franchetii)
Lampionblumen (Physalis alkekengi var. franchetii) bringen herbstliche Arrangements – wie hier mit Heidekraut und Niederliegender Scheinbeere (Gaultheria procumbens) – zum Lodern. (Bild: GMH/Peter Behrens)
Seidenpflanze (Asclepias tuberosa)
Hingucker für Beet und Kübel: Insekten sind von der Knollige Seidenpflanze (Asclepias tuberosa) ebenso entzückt wie Gärtner. (Bild: GMH/Bettina Banse)
Griffith’s Wolfsmilch (Euphorbia griffithii)
Direkt ins Herz brennt sich Griffith’s Wolfsmilch (Euphorbia griffithii) zur Blütezeit von März bis Juli. (Bild: GMH/Bettina Banse)
Kaiserkronen
Hier wirken die Kaiserkronen weniger erhaben, sondern vielmehr wie kleine Tiere, die ihren lustigen Schopf aus dem Unterholz erheben. Eine tolle, großflächige Wirkung für größere Gärten oder Parks am Gehölzrand. (Bild: GMH/Bettina Banse)

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