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Steinfugen

Im Lebensbereich Steinanlagen bieten locker aufgeschichtete Mauern vielfältige Lebensmöglichkeiten für Stauden. Es lassen sich dabei die Mauerkronen von den Steinfugen (SF) unterscheiden. In den Steinfugen stehen nur winzige Mengen Substrat zur Verfügung. Je nach Sonnenexposition treten große Unterschiede in der Belichtung, Feuchtigkeit und Temperatur auf.

 

Südseitig exponierte Mauern heizen sich sehr stark auf und haben sonnige und meist trockene Steinfugen (SF 1 so). Geeignete Stauden hierfür sind Felsen-Steinkresse (Aurinia saxatilis) oder Liegender Ehrenpreis (Veronica prostrata). Lediglich dort, wo Wasser über die Mauer tröpfelt oder leichte Beschattung herrscht, treten auch frische Steinfugen (SF 2 so) auf. Hier fühlen sich Zwerg-Grasnelke (Armeria juniperifolia) und Kleiner Strahlensame (Silene pusilla) wohl.

 

Ost-, west- und nordseitig exponierte Mauern stehen absonnig. Die Steinfugen hier sind meist trocken (SF 1 abs) bis frisch (SF 2 abs). Für die Bergamasker Glockenblume (Campanula raineri), Haberlea rhodopensis und den Ausläufer treibenden Ruprechtsfarn (Gymnocarpium robertianum) ist dieser Standort ideal.

 

Besonders auf der Nordseite von Mauern treten auch feuchte Steinfugen auf (SF 3 abs). Sie sind meist um mehrere Grad kühler als die Umgebung, da kein direktes Sonnenlicht darauf fällt. Dies ist der ideale Lebensbereich für den Hirschzungenfarn (Phyllitis scolopendrium).
 

Lebensbereich Steinfugen

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Lebensbereich Steinfugen


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