Wo sich dichte Gehölzbestände zu offenen Hainen oder Saumbereichen auflösen und wechselnde Lichtverhältnisse vorliegen, befindet sich der Lebensbereich Gehölzrand (GR). Auch die stärker belichteten Ränder von Baum- und Strauchgruppen und Hecken zählen hierzu. In oft nährstoffreichem, humosem Boden finden zahlreiche Stauden optimale Standortverhältnisse.
Es bestehen je nach Belichtungssituation vielfache Beziehungen zu den Lebensbereichen Gehölz und Freiflächen. Einige Arten bevorzugen mehr den offenen, sonnigen (so), warmen, südseitigen Gehölzrand (GR so), andere wiederum gedeihen besser im kühlen, halbschattigen (hs), nordseitigen oder dem wechselschattigen Gehölzrand (GR hs). Ähnliche Bedingungen, meist ohne Wurzeleinwirkungen von Bäumen, herrschen im absonnigen (abs) Bereich von Mauern und Hauswänden (GR abs). Die Bodenverhältnisse variieren von trocken (GR 1) bis frisch (GR 2) und feucht (GR 3).
Ein typischer Vertreter für den trockenen, sonnigen Gehölzrand (GR 1 so) ist der Blut-Storchschnabel (Geranium sanguineum), der in der Natur im Blutstorchschnabelsaum zusammen mit dem Purpurblauen Steinsamen (Buglossoides purpurocaerulea) vorkommt. Dagegen bevorzugt der Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum) den frischen, halbschattigen Gehölzrand (GR 2 hs).



