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Die Staude des Jahres 2006

Frühjahrsphloxe und Blaublüter:
Frühsommerphloxe und Blaublüter im Staudengarten

Die Zeit der Frühlingsblüher wie Tulpen, Stiefmütterchen, Narzissen, Polsterphloxe und Co. ist vorbei, jetzt steht die Blüte der Sommerstauden und der Einjährigen kurz bevor: Aber vorher ist die Zeit der Frühsommerphloxe, die mit ihrer Blütenfülle und ihrem intensiven Duft ab Ende Mai ihren glamourösen Auftritt im Gartenreich haben. Dazu gehören als die bekanntesten Vertreter der Waldphlox, Phlox divaricata, und der Wanderphlox, Phlox stolonifera.

 

 

Duftmantel

Der Waldphlox, Phlox divaricata, blüht in weichen Blau-Violetttönen oder in Weiß, mit oder ohne Auge sowie mit den unterschiedlichsten Formen und in den verschiedensten Größen. Während seiner Blütezeit von April bis Juni verströmt dieser polsterbildende Phlox einen betörenden Duft, der an Geißblatt erinnert. Vor allem bei warmem Wetter, Windstille und in den Abendstunden ist sein Parfüm sogar in einigen Metern Entfernung deutlich wahrnehmbar. Am verbreitetsten sind die Sorten des aus Amerika stammenden Blauen Waldphloxes, der dort wegen seines Duftes den Namen ’Sweet William’ trägt. Die Duftintensität spiegelt sich auch in Sortennamen wie ’May Breeze’, ’Blue Perfume’ oder ’Clouds of Perfume’ wider. Der Waldphlox wird zwischen 30 und 50 cm hoch und breitet sich an seinem Standort eher verhalten aus. In der Natur entwickeln sich auf guten Böden auch größere Pflanzen, vor allem, wenn sie einzeln oder in lockeren Verbänden stehen. Am wohlsten fühlt sich der Waldphlox unter lichten Gehölzen und auch in leicht beschatteten angrenzenden Wiesen mit nicht zu trockenem Boden.

 

 

Überraschung!

Der Wanderphlox, Phlox stolonifera, ist ein Phlox mit echten Bodendeckerqualitäten für schwierige Standorte. Er bevorzugt eher schattige Plätze unter Gehölzen, an denen man eine derartige Blütenfülle kaum erwartet. Er liebt mineralische, nur wenig organisch angereicherte Böden. Allein kalkhaltige Böden bekommen ihm nicht gut. Mit Sommertrockenheit, wie sie häufig im Wurzelbereich von Bäumen und Sträuchern auftritt, kommt er hingegen gut zurecht. Seine Eigenart, das Wandern, gab ihm seinen Namen: Mit Hilfe von Ausläufern oder Stolonen, d. h. mit oberirdischen, auf dem Boden aufliegenden und dort Wurzeln treibenden fadenförmigen Seitensprossen, erobert er sein Terrain. Über diesen Pflanzenmatten erheben sich ab Ende April zahlreiche, etwa 30 cm hohe Blütenstände, die je nach Sorte in Rosa, Purpur, Weiß oder vielen Blauschattierungen leuchten.

 

 

Blau wie Himmel und Meer

Sowohl der Waldphlox, als auch der Wanderphlox lassen sich hervorragend mit anderen Stauden kombinieren. Beide eignen sich aufgrund ihrer Standortanforderungen hervorragend als Randbepflanzung einer Staudenrabatte oder zur Unterpflanzung höherer Stauden. Besonders schön sieht im Sommer ein in verschiedenen Blautönen gestaltetes Beet aus. Wenn das Thermometer in die Höhe geht und die Luft in der Mittagshitze flimmert, suggeriert die Farbe Blau Frische, Kühle und Leichtigkeit. Untersuchungen haben ergeben, dass Blau – neben Rot – die beliebteste Farbe in Deutschland ist. Mit Blau verbindet man die Unendlichkeit von Himmel und Meer. Psychoenergetisch ist Blau die Farbe der Besinnung, der Meditation und des Innenlebens – liegt also voll im Trend.

 

 

Blau machen

Im Staudenreich gibt es neben den Frühsommerphloxen eine große Auswahl an blau blühenden Stauden. Für Blau in Beeten und Rabatten sorgt zum Beispiel der lavendelblau bis dunkelviolett blühende Sommersalbei (Salvia nemorosa). Der Sommersalbei ist nur eine der über 600 Salvia-Arten. Neben 30 bis 40 cm hohen Sommersalbei-Sorten, die flach und kompakt wachsen, gibt es auch hohe, aufrecht wachsende Sorten, die bis zu 90 cm hoch werden können. Sommersalbei sieht mit seinen vielen kleinen Blüten nicht nur in Rabatten oder in großflächigen Anpflanzungen gut aus, er eignet sich auch hervorragend als Einfassung von Beeten. Ein idealer Partner für Salbei ist der farbenfrohe Rittersporn (Delphinium). Rittersporne zählen zu den größten und prächtigsten Gartenstauden. Sie blühen vom Juni bis in den Juli, meist mit blauen Blüten. Ein Rückschnitt der Blüte fördert die herbstliche Nachblüte. Delphinium x cultorum ist die wichtigste Leitstaude in Staudenbeeten und fällt durch straffe, kerzenartige Blütenstände auf. Gartenrittersporne brauchen einen nährstoffreichen, aber nicht überdüngten, mäßig trockenen Boden und genügend Platz in voller Sonne. Sie können bis zu zwei Meter hoch werden. Dazu sollten sie frei stehen, d.h. nicht von gleich großen oder höher wachsenden Pflanzen bedrängt werden, dann können sie sich gesund entfalten und haben Standfestigkeit. Bei besonders großen Exemplaren empfiehlt sich eine Stütze, damit die Pracht auch bei stärkerem Wind lange erhalten bleibt: Für viele blaue Stunden im Garten – nicht nur nach Sonnenuntergang!

 

 

 

 

 

 

 

Frühlingphlox

Gedanken an Wasser, Himmel und Fernweh zaubern blaue Blütenmeere, hier eine Kombination von Salvia-Arten.

 

 

Frühlingphlox

Dieser `Sternhimmel´ leuchtet auch tagsüber. Die Phlox paniculata-Sorte ist eine sommerliche Prachtsstaude.


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