Geranium-Arten für sonnige Standorte
Die Staude des Jahres 2004 ist die Gattung Geranium – der Storchschnabel. Typisch für diese Gattung sind die vielen Arten mit Wildblumencharakter, mit ihren zarten Blüten an dünnen Stängeln über buschigen Blatthorsten. Diese häufig zwergwüchsigen Storchschnalbel-Arten sind vor allem an sonnigen Waldrändern, an bunten Blumenwiesen oder als kissenbildende Stauden im Steingarten zu finden. Zudem sind sie geeignete Partner für Rosen.
Zur Jahresmitte werden wir Ihnen die Geranium-Arten und -Sorten für den Halbschatten und das Beet vorstellen. Einen ausführlichen, allgemeinen Text über die Gattung Geranium finden Sie unter www.stauden.de , ebenfalls im Profibereich unter „Besser verkaufen“, „Staude des Jahres 2004“.
Sonnen-Geranium im Sommer
Die Blüten der meisten sonnenliebenden Arten erscheinen ab Mai. Im Garten empfiehlt man sie für sonnige Bereiche vor Sträuchern oder Hecken, auf Flächen mit durchlässigem, eher armem Boden und in Steingärten, auf Mauern und zwischen Fugen. Der Boden an diesen Standorten kann feucht, frisch oder trocken sein. Für den Trog liefert die Gattung hinreißende Kleinode: polsterbildende Zwerg-Stauden von G. cantabrigiense (Cambridge-Garten-Storchschnabel), G. cinereum (Grauer Storchschnabel) und G. dalmaticum (Dalmatischer Storchschnabel) mit bezaubernden Blüten. Als Einzelstücke sind sie ideale Pflanzen für Mini-Tröge und Kübel.
Geranium bringt Natürlichkeit in den Garten. In kleinen oder großen Gruppen gepflanzt wirken sich z. B. die sonnenliebenden Pracht-Storchschnabel (Geranium magnificum) und Pyrenäen-Storchschnabel (G. endressii) vorteilhaft auf die Rosenblüte aus: Ihre Blatthorste beschatten den Boden und halten ihn dadurch feucht. Unkraut bekommt dazwischen kaum einen "Fuß auf die Erde". Der Blütenzauber der sonnenliebenden Geranium läuft im Sommer als üppige Blütenwoge aus.
Lebensbereiche der sonnenliebenden Geranium-Arten
Da die Gattung sehr anpassungsfähig ist, kann fehlende Bodenfeuchte durch einen eher halbschattigen Standort im Garten ausgeglichen werden. Die Standorte im Garten lassen sich gemäß der Naturstandorte einteilen. Sonnenliebende Geranium-Arten gedeihen hauptsächlich in den Lebensbereichen "sonniger Gehölzrand", "Freifläche" (ohne Wurzel- oder Schattendruck von Gehölzen) und "Steinanlage". Die Freifläche bezieht sich auf Standorte mit Steppenheide-Charakter (trockener, kalkreicher Boden) sowie auf Freiflächen mit Heidecharakter (sandiger, armer, saurer Boden). Den Steinanlagen sind die Standorte "Felssteppen", "Matten" und "Steinfugen/Mauerkronen" zugeordnet.
Fit fürs Verkaufsgespräch
"Steingarten": Wendet sich ein Kunde mit dem Wunsch, Stauden für den Steingarten zu erwerben, an einen Verkäufer, ist es wichtig, zu klären, welche Boden- und Lichtverhältnisse in dem Steingarten wirklich gegeben sind. In einem Steingarten, wie er normalerweise im Hausgarten vorkommt, sollten volle Sonne und durchlässiger, sandiger Boden vorherrschen. Dieser Boden erwärmt sich schnell, speichert im Sommer Wärme und trocknet rasch aus.
[Exkurs "Lebensbereich Steinanlage"
Ein Steingarten bedeutet im Bewusstsein vieler Verbraucher etwas völlig anderes als im ursprünglichen Sinne der Lebensbereiche, die auch auf den Positions-Schildern und Steck-Etiketten einiger Stauden-Anbieter verwendet werden. Verbraucher verstehen unter einem Steingarten oft sonnige Terrassen-Hänge oder Böschungs-Beete sowie südliche Rabatten im Vorgarten, die mit einzelnen Steinen garniert und mit den gängigen, frühlingsblühenden Polsterstauden bepflanzt sind. Oft ist zu sehen, wie die Stauden einzeln verwendet werden und zwischen den Pflanzen regelmäßig die Erde gehackt, also "sauber gehalten", wird. Diese "Steingärten" enthalten zwar einzelne Steine und liegen in voller Sonne, doch sie haben darüber hinaus nur zufällig etwas mit den Bodenverhältnissen des Lebensbereiches "Steinanlagen" (nach Prof. Dr. J. Sieber) zu tun: Sieber ordnete den "Steinanlagen" die "Fels-Steppen", "Matten" und "Stein-Fugen" zu. Viele Stauden, die sich im Bereich der Steine wohl fühlen, sind nässeempfindlich und wachsen daher am besten in einem von Kies bzw. Felsbrocken durchsetzten, wasserdurchlässigen Boden, den Fels-Steppen. Im Garten sind dies Standorte auf Trockenmauern, in Fugen, an Stufen und zwischen den Platten eines Weges sowie im Kies-Garten mit flachen Bodenschichten und auf extensiv gepflegten Dachflächen. ]
Boden: Geranium-Arten, die ursprünglich in der Steppe beheimatet sind, brauchen einen durchlässigen Boden mit gutem Wasserabzug. Mit Gartenböden, die mit Sand, Schotter und Bauschutt versetzt sind, kommen diese Geranium-Arten gut zurecht. Geranium-Arten, wie z. B. Geranium pratense, die in Wiesen und sonnigen Waldrändern zu Hause sind, bevorzugen Böden mit höherem Nährstoffbedarf.
Pflanzenbedarf: Die höher wachsenden Arten, wie Geranium x magnificum oder G. pratense (60 cm Blütenhöhe) erreichen Blatthöhen von 30 cm bis 35 cm. Sie sind wunderbare Flächendecker auf großen Beeten oder können als große Gruppe von etwa zehn Pflanzen einen Blickpunkt bilden. Wenn man etwa sechs bis acht Pflanzen auf einen Quadratmeter pflanzt, bedecken sie den Boden wirkungsvoll gegen Unkraut. Von den Arten, die wie G. renardii niedriger bleiben, braucht man etwa acht bis zehn Pflanzen pro Quadratmeter, um eine schnelle Bedeckung zu erreichen.
Rückschnitt: Geranium braucht keinen pflegenden Rückschnitt und ist robust gegen Krankheiten und Schädlinge. Ein Rückschnitt kann bei Wiesen-Storchschnabel-Arten aus optischen Gründen sinnvoll sein, z. B. bei G. pratense. Diese Art treibt und blüht nach einem Rückschnitt rasch wieder aus. Das ist besonders praktisch, wenn sie z. B. als Wegeinfassung oder als Wiesenabschluss vor einer besonnten Hecke eingesetzt wird und die ganze Vegetationszeit hindurch einen dichten Blattwuchs liefern soll.
Verwendung:
Geranium-Arten aus Felssteppen haben ein gut ausgebildetes Wurzelwerk. Es gibt wintergrüne und sommergrüne Arten. Diese Gruppe ist sehr flexibel, was die Lichtverhältnisse betrifft. Geranium-Arten aus Felsspalten gedeihen sowohl an sonnigen, aber auch an schattigen Standorten gut. Wintergrün bleiben z. B. G. dalmaticum, G. macrorrhizum (Balkon-Storchschnabel) und die daraus entstandene Kreuzung G. x cantabrigiense sowie G. renardii.
Geeignete Arten für den ersten Garten am neuen Haus sollten anspruchslos in der Pflege und trockenheitsverträglich sein: z. B. Geranium x cantabrigiense oder G. sanguineum (Blut-Storchschnabel) als Flächendecker unter noch jungen, lichtdurchlässigen Gehölzen.
Die Steingarten-Arten sind Miniaturausgaben ihrer flächendeckenden Schwestern. Sie schmiegen sich mit dichten, zarten Blattrosetten in Ritzen und Fugen oder blühen besonders auffällig in einem Trog, z. B. Geranium cinereum 'Ballerina'. Das wintergrüne Geranium renardii verfärbt sich nicht; es behält sein mattgrünes Laub, auf dessen rauer Oberfläche der weiße Frostschleier glitzert. Im Sommer (Juni bis Juli) fällt G. renardii 'Philippe Vapelle' durch violette Blüten auf.
Begleitpflanzen zu den hohen, sonnenliebenden Geranium-Arten sind: Achillea, Alchemilla, Nepeta, Salvia nemorosa-Arten und Gräser sowie Rosen.
Sonnen-Geranium wirkungsvoll präsentieren
Geranium "steinerweichend": Stauden wirken wie Weichzeichner, wenn es darum geht, versiegelte Flächen mit offenen Beeten zu verbinden oder nackten Stufen und Mauern einen kleidsamen Übergang zu Wegen oder zu befestigten Sitzplätzen zu geben. Das gilt für den Garten wie für die Verkaufsanlage. Die sonnenliebenden, höheren Geranium-Arten eignen sich für dieses Thema besonders, denn sie lieben die abstrahlende Wärme der Steine. Wie im richtigen Garten so auch in der Präsentation schmiegen sie ihre Blüten und Blätter an die Wegbegrenzung, an die terrassierten Mauern oder Stufen. Außer einer losen Aufschichtung von Natursteinen können auch Kanthölzer oder Birkenstämme als Begrenzung dienen. Geranium cinereum 'Ballerina' ist ein ideales Kleinod für Tröge, Kübel und den Steingarten/das Steppenbeet mit durchlässigem Boden. Weitere Arten und Sorten finden Sie in den folgenden Präsentationsbeispielen:
Staude für die Garageneinfahrt: Besonders auf Parkplätzen wachsen die anspruchslosen Steppen-Arten (G. cantabrigiense, G. macrorrhizum, G. renardii) wunderbar als Baumscheiben- oder Rand-Bepflanzung. Legen Sie für die Präsentation Wegplatten zweireihig (wie bei einer Autospur) auf Sand und senken Sie Geranium, Sternmoos und Thymian zwischen den Fugen und am Rand ein. Geeignet sind Geranium x cantabrigiense, Geranium dalmaticum und G. renardii.
Geranium 'Patricia', die "Internationale Staude des Jahres 2004", ist ein besonders hoher Storchschnabel mit 80 cm Höhe und auffallenden, purpurkarminroten Blüten. Besonders reizvoll neigen sich die Blütenstiele an Hängen oder am Rand von Terrassen und Böschungsmauern. Dort blüht der Storchschnabel von Juni bis September. Eine stilisierte Trockenmauer könnte die "Garageneinfahrt" (Autospur) an einer Seite flankieren. An der anderen Seite kann ein weiterer Lebensbereich vorgestellt werden, z. B. der sonnige Beetstandort mit Rosen.
Rosenbeet mit Geranium: Geranium sind hervorragende Begleiter für Rosen, die bekanntlich nicht gerne durch wüchsige Nachbarn bedrängt werden. Besonders die rosetten- oder horstbildenden Arten mit auffälligen Blüten, wie G. magnificum und G. sanguineum-Arten eignen sich gut für die Kombination mit Rosen. G. sanguineum ist außerordentlich flexibel: Es wächst in sonnigen, trockenen Steingärten sowie im schattigen Gehölzrand und im Trog. Die rotblühende Art samt sich aus und erobert neue Standorte in Fugen und Ritzen. Der Blutstorchschnabel hat viele auffallend schöne Sorten. Eine weitere hervorragende Art fürs Rosenbeet ist G. pratense.
Für schöne, leuchtende Farbpunkte empfiehlt es sich, Geranium zu Rosen in kleinen Gruppen zu kombinieren. Ihre rosa- und pinkfarbenen Sorten liefern Kontraste zum Blau anderer Rosenbegleiter, wie z. B. Salvia nemorosa-Sorten oder Nepeta faassenii. Eine Geranium-Präsentation nur mit Rosen wirkt durch die konsequente Ton-in-Ton-Komposition mit gleichen oder ähnlichen Rosenblüten – von Kleinstrauch-Rosen bis zu Kletterrosen.
"Für Liebhaber: Zwei Quadratmeter Farbe zum Verschenken": Mit etwa 15 Geranium in verschiedenen Blütenfarben in einem Korb oder in einer Kiste können Sie ein Geschenkthema präsentieren. Dazu eignen sich die neuen Sorten in Bonbonfarben, die ins Auge springen – fragen Sie Ihren Staudenlieferanten nach den Sorten: 'Shooting Star' (purpurlila), 'Nanum', (karminrot), 'Ankums Pride' (rosarot). Bieten Sie sie mit Preisliste (Zutaten gesamt und einzeln) an. Das Motto für das Positionsschild könnte lauten: "Für Liebhaber" oder "Zwei Quadratmeter Farbe für den Garten". Zu den Bonbonfarben der Pflanzen passen Bonbons in ähnlichen Tönen, z. B. Mint-Bonbons in durchsichtiger Verpackung. Sie können mit einem Tonkinstab nebst Grußkarte zwischen die Geranium-Pflanzen in den Korb oder die Kiste gesteckt werden.
Weitere Präsentationsideen finden Sie im Profibereich in der Rubrik Besser verkaufen im Text "Staude des Jahres 2004 – Geranium".
Werbematerial: Ein guter Fachmarkt profiliert sich durch Service: Der BdS bietet zum Geranium-Plakat auch Folder mit Sortenbeschreibungen und Verwendungsbeispielen an, zu bestellen beim BdS-Lieferanten oder direkt bei der CMA. Für Ihre internen Informationen empfehlen wir Ihnen "Die Stauden-CD", herausgegeben vom Bund deutscher Staudengärtner. Die CD enthält detailliertes Wissen über etwa 5.500 Staudenarten und -sorten (zum Teil mit Bild) sowie Sichtungsbewertungen. ISBN: 3-8001-3665-1 oder direkt beim BdS zu bestellen.
Sonnen-Geranium – Sortenspiegel:
Hier finden Sie die Arten und Sorten beschrieben, die für sonnige Standorte besonders geeignet sind und im Text „Die Staude des Jahres 2004 – Geranium“ nicht erwähnt wurden. Dort finden Sie auch kurze Beschreibungen von G. dalmaticum (Dalmatischer Storchschnabel), G. magnificum (Pracht-Storchschnabel) und G. renardii (Kaukasus-Storchschnabel).
Geranium x cantabrigiense (Cambridge-Garten-Storchschnabel):
Standort: Steingarten, Steppenbeet und Trog, bedingt auch für den sonnigen Gehölzrand, Boden trocken bis frisch; Laub wintergrün; Wuchs buschig, ausläufertreibend; Laub rundlich, wintergrün; Blüte 15 bis 20 cm hoch, hellrosa, Juni bis Juli. Sortenbeispiele: 'Biocovo' (weiß), 'Karmina' (karminrosa), 'Vorjura' (purpurrot, 20 bis 25 cm hoch). Viele Sorten für das Ergänzungssortiment sind im Angebot – bitte nachfragen.
Geranium cinereum (Grauer Storchschnabel):
Standort: Felssteppe, Freifläche, Boden trocken bis frisch, sonnig, verträgt keine Winternässe; Wuchs niederliegend bis aufrecht; Laub graugrün, rundlich; Blüte 10 bis 15 cm hoch, hellrosa, Juni bis Juli. Sortenbeispiele: 'Ballerina' (rosalilafarben, dunkel gezeichnet, Juni bis September), G. cinereum var. subcaulescens 'Splendens' (lachsrosa, Juni bis Juli) sowie weitere Sorten für Liebhaber – bitte fragen Sie Ihren Staudenlieferanten.
Geranium endressii (Pyrenäen-Storchschnabel)
Standort: Gehölzrand, sonnig bis halbschattig, trocken bis halbschattig; auf frischem Boden auch für sonnige Freiflächen; auf nährstoffreichem Boden robust und flächendeckend, buschig wachsend; Blüte 40 bis 60 cm hoch, hellrosa, Juni bis August. Sortenbeispiele: 'Rosenlicht' (dunkelrosa), 'Wargrave Pink' (lachsrosa).
Geranium macrorrhizum (Balkan-Storchschnabel)
Standort: Gehölzrand, sonnig bis halbschattig, trocken bis halbschattig; auf frischem Boden auch für sonnige Freiflächen; auf nährstoffreichem Boden robust und ausdauernd, Wuchs kissenartig; Laub mit Herbstfärbung, Laub und Blüte duftend; Blüte 25 cm hoch, leuchtend rot, Mai bis Juni. Sortenbeispiele: die Sorten unterscheiden sich nur gering in der Wuchshöhe und Blütezeit: 'Album' (weiß), 'Bevan' (purpurrot), 'Czakor' (purpurrosa), 'Ingwersen' (rosa), 'Olympos' (dunkelrosa), 'Spessart' (weiß), 'Witosha' (purpurrot).
Geranium pratense (Wiesen-Storchschnabel)
Standort: Freifläche, sonnig, Boden trocken bis frisch, sehr nährstoffreich; Wuchs horstbildend; Laub tief geteilt; Blüte 30 bis 60 cm hoch, violett, Juni bis Juli. Sortenbeispiele: Die Sorten blühen einen Monat länger als die Art: 'Johnsons Blue' (leuchtend violett, Juni bis August), 'Mrs. Kendall Clark' (weiß), 'Striatium' (weiß).
Geranium sanguineum (Blut-Storchschnabel):
Standort: sonniger, trockener Gehölzrand, auf Steinanlagen/Steppen, bedingt auch im schattigen Gehölzrand und Trog. Laub tief geschlitzt, schöne Herbstfärbung, Blatthöhen je nach Sorten von 15 bis 25 cm Höhe; Blüte 20 bis 30 cm Höhe, rot, Mai bis September – eine sehr wertvolle Wildstaude. Sortenbeispiele: 'Album' (weiß), 'Apfelblüte' (rosafarben, sehr wertvolle Sorte), 'Elsbeth' (karminrot), 'Max Frei' (leuchtend rosarot), 'Striatum' (hellrosafarben).



