Aster
Sinnliche Besonderheiten für den Verkauf
Die Farbpalette der Astern mit ihren blauen und violetten bis rosafarbenen Haupt-Tönen liegt zurzeit voll im Trend. Einige Sorten bilden zarte weiße Schleier, einzelne brechen aus der Linie durch gelbe Blüten. Besondere Zugabe im Astern-Sortiment ist die lange Blühdauer einzelner Arten und die Blühdauer der Gattung im Garten von der "Tulpen-Zeit bis in den Advent", was leider kaum bekannt ist. Für die Power der Astern im Spätsommer und Herbst gibt es einfach keine Alternative.
Qualität erkennen:
Die Produktionstechnik der Astern bestimmt die Qualität der Pflanze für ihren zuverlässigen Einsatz im Garten. In der klassischen Staudengärtnerei entwickeln sich die Astern ihrem natürlichen Wuchs gemäß. Die Zahl der Austriebe, die Belaubung und die Wuchshöhe werden allein durch die Düngung beinflusst Im Herbst haben diese Astern in ihren Töpfen Bodentriebe gebildet, die im nächsten Jahr als neue Triebe aus der Erde sprießen und an ihrer Basis Feinwurzeln bilden. Diese Feinwurzeln übernehmen die Ernährung in der kommenden Vegetationsperiode. Ohne diese Bodentriebe bleibt die Pflanze im nächsten Frühjahr aus.
Astern aus Zierpflanzenbau-Betrieben sind in ihrer raschen Entwicklung minuziös gesteuert und werden zum Teil mit Stauchmitteln in Form gebracht. So entstehen optimierte Produkte für den Impulskauf und für die Logistik (Höhe ist den maximalen Lagen einer CC-Karre angepasst. Für den Garten sind diese Pflanzen nicht geeignet, da ihnen meist die Kondition (der Bodentrieb) für den nächsten Winter fehlt.
Astern werden ab März in der Standardgröße Tb9 angeboten, blühende Herbstastern sind ab August im Handel. Im Sommer kommen Astern auch in größeren Töpfen von 1 l Inhalt und in größeren Containern bis zu 3 l Inhalt auf den Markt. Wir Staudengärtner empfehlen, die Qualität der Wurzeln und Bodentriebe durch Austopfen zu prüfen. Fehlen die Bodentriebe, dürfen diese Pflanzen in einem qualitätsbewussten Pflanzenmarkt nicht für eine mehrjährige Gartenanlage empfohlen werden.
Pflege im Verkauf
Astern sind empfindlich gegen Trockenheit und gegen Wässern über das Laub. Um die Gefahr der Mehltau-Infektion zu vermindern achtet man bei Ankunft der Pflanzen auf eine rasche Verteilung und Aufstellung. Voll belaubte, blühende Pflanzen sollten lieber zu weit als zu eng stehen. Außerdem suggerieren auf Abstand aufgestellte Posten ein größeres Angebot, die Pflanzen wirken attraktiver.
Nährstoffmangel kann den Mehltau ebenfalls begünstigen, daher empfehlen wir eine regelmäßige Düngung mit einem Dosiergerät (z.B. Dosatron) und das Wässern auf Tischen von unten über Bewässerungsmatten.
Astern können in voller Sonne stehen, einzige Ausnahme ist Aster divaricatus, sie liebt den Halbschatten und wächst auch im Schatten.
Überständige Pflanzen schneidet man nach der Blüte auf halbe Höhe zurück und düngt sie regelmäßig. Frühlingsblühende Astern remontieren nicht nach dem Rückschnitt der verblühten Knospen.
Notiz für das nächste Frühjahr
Überständige Astern nicht mit den neuen Pflanzen vermischen, das ergibt ein uneinheitliches Bild. Restbestände sollten alle zehn Tage gedüngt und bei ausreichender Wüchsigkeit in die Neulieferung integriert werden.
Präsentationsideen
Platzierung im Gartenmarkt
Astern versprühen mit ihren kleinen knalligen Blütengesichtern Lebensfreude und Überschwang. Deshalb können sie auch als "Umpflanzung" von immergrünen Zwerg-Nadelhölzern oder immergrünen Laubhölzern, wie Ilex oder Mahonia dienen. Im Garten sollen Gehölze und Stauden ja auch gemeinsam verwendet werden.
Und die Astern können die Kunden nach den großen Ferien wieder "erden", sie an ihren Gartenboden erinnern, denn das sonnige Staudenbeet ist der wichtigste Standort der Astern.
Die Hauptblütezeit der meisten Astern beginnt im August, dann könnten die Stauden auf Stehleitern oder Etageren wie ein Raritätenkabinett oder "Sammlerstücke" ihre ganze Farb- und Wuchspalette durch wenige Exemplare zeigen. Solch ein Aufbau gehört an eine strategisch wichtige Stelle, gleich am Eingang oder im Hintergrund - mit einer guten Blickachse. Querverweise deuten zur Massenpräsentation auf Tischen oder auf dem Boden, sowie zu Kombinationen mit anderen farblich - oder verwendungsorientierten Pflanzenpräsentationen.
Astern sollten im Sommer als farbige Füllstauden im Beetpflanzen-Sortiment nicht fehlen. Gleichzeitig verdienen die hohen Astern ein Podium als unentbehrliche Schnittstaude für bauschige, beschwingte Sommersträuße, z.B. in einer Glasvase oder einem Tonkrug auf einem nostalgischen Buffet oder als kleines rundes Sträußchen auf einem Gartentisch. Durch die trendigen Asternfarben fällt es leicht, passende Wohntextilien zu finden.
Der Indianersommer lässt sein lila-rosa-weiß-violett-blaues Asternband wieder flattern, nämlich am Boden entlang eines Hauptweges von der Aktionshalle ins Freigelände. Bitte nutzen Sie auch das Info-Material der CMA zur Staude des Jahres.
Sommer
1. Dekoratives Beet
Ein sommerlicher Bauerngarten lässt sich hervorragend mit Astern darstellen. Knallige gelbe Farbträger dafür sind z.B. Sonnenhut (Rudbeckia-Sorten), einjährige Sonnenblumen, Sonnenauge (Heliopsis) und Goldruten (Solidago).
Reizvoll ist die Zusammenstellung von weiteren violett-blau oder rosafarben blühenden Stauden-Arten, z.B. dem Natternkopf (Chelone obliqua), der Katzenminze (Nepeta x faassenii), Prachtsparte (Liatris spicata) und der Fetthenne (Sedum telephium 'Herbstfreude').
2. Lifestyle
Die kühlen Aster-Farben harmonieren gut mit Zink und farbig bemaltem Blech, z.B. als Umtopf, Blumenkasten, Gieskannen, Eimer oder blinkenden Gartengerätschaften, die im Herbst wieder Lust machen auf Wühlen und Kratzen, Graben und Schneiden.
Herbst
1. Balkon und Kübel
Astern bringen frische, kühle Farben in die orange-gelbe Laubkulisse. Klassische Partner für eine stimmungsvolle Herbstpräsentation sind Ton in Ton blühende Chrysanthemen, silbrig zartes Laubwerk von z.B. der Gelben Strohblume (Helichrysum), überhängender Efeu, blühende Alpenveilchen (Cyclamen im Topf) und Heidepflanzen (Erica, Calluna in verschiedenen Arten).
2. Jahreszeiten feiern
An Erntewonnen und Gartendüfte erinnern Körbe, die mit Astern bepflanzt sind, sie können in verschiedenen Größen als Geschenk für Zwiebelkuchen-Abende auf die Herbstfreuden einstimmen. Nostalgisches Gartengerät oder hölzernde Handkarren, Kürbisse und weitere Körbe, gefüllt mit frischem Obst vertreiben die Melancholie der Herbstzeit. Korbwaren sind stimmige Behältnisse für lose Blumenzwiebeln (mit Papiertüten zum selber Abfüllen), sie reizen die Kunden zum Handeln, zum Hände aus den Taschen nehmen...
Ein Staudenbeet, das im September erst richtig schön wird, könnte z.B. durch Astern, Gräser, rotfärbende Bergenien, silbrigblättrige Stauden und Sedum entstehen. Das rötlich gefärbte Herbstlaub von Aster divarcatus ist ebenfalls eine Bereicherung.
Fit für das Verkaufsgespräch
Stichwort Standort im Garten
Die meisten Astern-Arten sind typische Pflanzen für sonnige Beete mit frischem, nährstoffreichem, humosen Boden. Die Alpen-Aster (Aster alpinus) ist eine Steingarten-Pflanze für sonnige, kalkige und durchlässige Böden. Die Gebüsch-Aster (Aster divaricatus) kann auch im trockenen Halbschatten oder Schatten wachsen. Wegkanten mit Bodenverdichtung und Trockenheit verträgt Aster ericoides 'Snowflurry'.
Stichwort Verwendung
Je nach Wuchshöhe können die Astern im Hintergrund oder im mittleren Bereich einer Rabatte palziert werden. Da die hohen Sorten bei Trockenheit von unten her verkahlen, ist es sinnvoll sie mit buschigen Stauden zu kaschieren. In kleinen Gruppen, die in lang gezogenen Formationen angeordnet werden, entstehen keine Löcher und kahlen Durchblicke. Kissenastern lassen sich flächendeckend einsetzen.
Stichwort Einpflanzen und Pflegen zu Hause
Die beste Pflanzzeit ist der Frühling, wobei auf die richtige Pflanztiefe zu achten ist. Zu tief gepflanzte Astern fallen besonders nach feuchten Wintern aus. Düngen im Kübel mit Blumendünger, im Garten mit mineralischem Dünger (Blaukorn) oder organischem Dünger, wie selbst angesetzten oder gekauften Kompost. Damit der Wurzelfilz in älteren Aster dumosus-Beeten sich verjüngt und die Erde besser abtrocknet ist es ratsam im Frühling mit einem Sauzahn etwa 10 cm tief durch den Boden zu gehen.
Staudenkenner empfehlen, die Pflanzen alle drei Jahre herauszunehmen und zu teilen. Man kann auch jeweils die Hälfte der Pflanze im Boden abstechen, herausnehmen und das Loch mit nahrhafter Komposterde füllen. Dort wurzelt die Pflanze gerne hinein, verjüngt sich und kann im folgenden Jahr auf der verbliebenen Hälfte herausgenommen und verjüngt werden.
Stichwort Pflanzenbedarf
Berg-Aster (Aster amellus) sieben Pflanzen pro m²
Kissen-Aster (Aster dumosus) neun Pflanzen pro m²
Myrten-Aster (Aster ericoides) zwei bis drei Pflanzen als Gruppe
Glattblatt-Aster und Raublatt-Aster (Aster novi-belgii und A. novae-angliae) fünf Pflanzen pro m².
Das Astern-Sortiment umspannt eine Menge Arten und Sorten, die sich gestalterisch klar in einen Garten einfügen lassen. Die gängigen Arten, finden sie mit Listen von Sortennamen, Blütenfarben und Blütezeiten im BdB-Handbuch Stauden sowie auf der Stauden-CD vom Bund deutscher Staudengärtner.
Hier weisen wir kurz auf die weniger geläufigen Sorten hin, die es durch ihre frühen Blütezeiten oder guten Blüheigenschaften verdienen, mehr angeboten und gepflanzt zu werden, z.B. die frühlingsblühenden Aster alpinus. Sie lösen im Steingarten Aubrieta (Blaukissen) und Teppich-Phlox (Phlox subulata) ab. Es folgt Aster tongolensis im Vorsommer und überschneidet sich mit Aster pyrennaeus 'Lutetia' - einem wahren Wunder an Blühdauer. Es wird durchgeblüht mit Aster amellus, Aster x frikarti und Aster sedifolius 'Nanus'. Für den sommerlichen Steingarten ist Aster linosyris, eine gelbblühende Wildart, etwas ganz besonderes.
Die Astern des Spätsommers sind am bekanntesten: Aster dumosus, A. novi-belgii, A. novae-angliae, A. ericoides, A. lateriflorus und A. laevis - darunter viele gute Schnittstauden.
Im Spätherbst blühen Aster ashvi, zusammen mit A. pringlei 'Pink Star' und A. ericoides 'Protaratum', die beide sehr lange bis in den Advent blühen. Aster pringlei 'Monte Cassino' ist eine besonders dekorative Kübelpflanze, wenn man mehrere davon in einen großen Topf pflanzt. Im Sommer erfreut man sich an ihrem filigranen Laub und im Herbst, wenn die ersten Fröste in der Luft liegen, öffnen sich unzählige weiße Blüten zu einem wolkenweißen Sternenmeer. Aster pansos 'Snowflurry' blüht ebenso besonders spät und lange und wirkt durch ihren flachen, überhängenden Wuchs wie "blühender Frost".
Nachbarpflanzen
Zu Aster amellus passen gut Katzenminze (Nepeta x faassenii), Sommer-Salbei (Salvia nemorosa-Sorten), Karpaten-Glockenblumen (Campanula carpatica) und Woll-Ziest (Stachys byzantina).
Zu Aster divaricatus gesellen sich gut die Herbst- und Japan-Anemonen (Anemone hupehensis-Sorten sowie Anemone japonica-Hybriden), die rötlich belaubten Bergenien und die sich täglich verändernden Farben von Gräsern und Halmen.
Aster novae-angliae und A. novi-belgii finden gute Partner, z.B. im Großen Stauden-Phlox (Phlox paniculata-Hybriden), Sonnenbraut (Helenium), Rittersporn (Delphinium-Hybriden), Brennende Liebe (Lychnis), Sonnenhut (Rudbeckia-Goldsturm) und Pracht-Goldrute (Solidago).
Stichwort Problemlösungen
Astern leiden unter Mehltau. Einige Sorten mehr, andere weniger. Die Staudensichtung hat Astern-Sorten auf ihre Robustheit geprüft und mit Sternchen ausgezeichnet, die den Mehltau durch ihre Wüchsigkeit überwinden und obendrein wunderbar blühen.
Vorbeugend kann man für eine gute Ernährung durch regelmäßige Humusgaben oder Mineraldünger sorgen und während Trockenperioden im Sommer durchdringend wässern. Astern mögen keine Trockenheit im Sommer und leiden unter feuchten Wintern. Besonders die Berg-Astern (Aster amellus) sind für einen Winterschutz mit Reisig dankbar.
Trockenheit im Sommer sowie fehlender Humus lässt hochwachsende Astern schon früh mit kahlen Beinen da stehen. Wer sich im Urlaub nicht um seine Stauden kümmern kann, pflanzt halbhohe Füllstauden vor die hohen Astern. Geeignet sind z.B. Taglilien (Hemerocallis), Sonnenhut-Gattungen (Echinacaea, Rudbeckia 'Goldsturm') und Gräser.




